Vor den Hunden - statt vor die Hunde

Überall dort, wo Fleiß, Engagement, Eigeninitiative bestraft werden, geht wirtschaftliche Aktivität zurück. Als vor einem Vierteljahrhundert ein Staat DDR an seinem Ende war, konnten Westdeutsche "im Osten" trostlose Gemeinschaftsbetriebe besichtigen - und blühende Privatgärten. Die Privatgärten sind vor allem bildlich gemeint, symbolisch. Die Umstände beschreiben den volkswirtschaftlichen Terminus der "Tragik der Allmende"

Heute scheint die Denkart des DDR-Systems zurückgekehrt zu sein, gesamtdeutsch: Bedingt durch die anhaltende Flüchtlingskrise und die Entscheidungen der Regierung Merkel dazu konkurrieren immer mehr Menschen in Deutschland um immer weniger Ressourcen: Wohn- und Wirtschaftsraum, Arbeitsplätze, Geld, Warenzugang. Von Enteignungen ist bereits die Rede. Unsere Gesellschaft polarisiert sich in "links" und "rechts". Liberale Grundhaltungen dazwischen finden kaum mehr Gehör: Weder die Freie Rede noch die wirtschaftliche Eigenverantwortung haben in Deutschland eine starke Tradition. Der Zustrom in die Sozialsysteme weitet sich aus und muss gleichzeitig finanziert werden. Alles vor dem Hintergrund vorangegangener Banken- und Nationalstaats-Stützungen (Griechenland-Thema).

Jeder Mensch ist ein Homo oeconomicus. Er richtet sich nach den Vorgaben, den Voreinstellungen der Regierung. Und die wirken sich bis ins Lokale, ins Konkrete, ins Einzelmenschliche aus.

Unser Lebensstandard geht - auf freiwilliger Basis - zurück. Wir werden alle weniger arbeiten, um nicht für unsere Arbeit bestraft zu werden. Sie selbst verzichten ggfs. auf Urlaub. Meine Berufskollegen und ich haben weniger Stress. Da ich keine Familie gründete, bin ich als Mann das einfache, anspruchsminimierte Leben bereits gewohnt.

Mit einigen Jahren Verzögerung kommt das Signal bei der Regierung an. Wenn wir dann noch leben, dürfen wir in die Hände spucken, Leistung bringen - und dafür auch konsumieren können.

Konkret: Wo die hausintegrierte Fremdbetreuung Ihrer Hunde Restriktionen erfährt oder gar unmöglich gemacht wird, nimmt die gelände- oder gar zwinger-orientierte Fremdhaltung wieder zu. Haushaltssintegrierte und mobile Betreuung kostet mehr Geld. Denn der Aufwand ist immens höher als bei gelände- oder zwingerorientierter Betreuung: Reinigung, Hygiene, persönliche Bewegungseinschränkung.

Aufträge werden angenommen, sofern sie sich wirtschaftlich rechnen. Halter unkastrierter Rüden werden es zunehmend schwerer haben, eine verantwortliche Fremdbetreuung zu finden.

Die Wahrscheinlichkeit der Auftragsannahme steigt mit der Frühzeitigkeit verbindlicher Buchung (steuerliche Jahresplanung).

In der Hoffnung auf eintretende betriebliche Planungssicherheit werde ich - wie Sie - sehr genau verfolgen, welche weiteren Signale von der amtierenden Regierung ausgehen. Denn alle diese Signale haben schnell existenzielle Auswirkungen auf den wirtschaftenden Einzelbürger. Ich unterrichte Sie rechtzeitig über meine Planungsvorgaben für das Wirtschaftsjahr 2016.

Ich gehe davon aus, dass sich in den hundehaltenden Privathaushalten aufgrund der steigenden Verteilungskonflikte auch die Rasse-Präferenzen ändern werden: Der Trend dürfte tendenziell weg von den gutmütigen Retrievern oder den noch modischen Hütehund-Rassen, hin zu den eher schutzhund-orientierten Rassen, auch mit stärkerem Reviertrieb, gehen. Auch auf die Fremdbetreuungskosten der Tiere könnte dies Auswirkungen haben. Den zu erwartenden Trend sehe ich insofern unkritisch, als ein Bewusstsein bestehen möge, der Halter schütze den Hund (statt umgekehrt): vor den Hunden gehen - nicht vor die Hunde. Leader sein - nicht “Follower”. Bitte seien Sie stark. Stärke bedeutet Sicherheit. Ich weiß: Stärke - kostet Energie.

Herzliche, konservativ-liberale Hundegrüße,

Rainer Liesenfeld

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